Naturdarm-Handel auf hohem Niveau stabil

EU-Länder und Asien weiterhin wichtigste Absatzmärkte

Hamburg, im August 2014 – Der deutsche Naturdarm-Handel verzeichnete im Geschäftsjahr 2013 einen Gesamtaußenhandelsumsatz von 876 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser mit 5,7 Prozent zwar leicht rückläufig, er konsolidiert sich aber auf hohem Niveau. Eine positive Bilanz zeigt der Export, der in Menge und Wert erneut anstieg, während die Einfuhren insgesamt zurückgingen.

Wichtigster Handelspartner sind weiterhin die EU-Länder. Außerhalb Europas ist der asiatische Markt – hauptsächlich China/Hongkong – auf dem Vormarsch. Die südamerikanischen Länder, insbesondere Brasilien, verzeichneten 2013 nach Jahren des Wachstums erstmals rückläufige Tendenzen. Die Exporte nach Osteuropa entwickeln sich weiter stabil.

Erneute Absatz- und Umsatzsteigerung bei Exporten
Das kontinuierliche Wachstum bei den Ausfuhren hielt auch 2013 an. Die Exportmenge stieg um 10,6 Prozent auf 124.027 Tonnen, der Exportwert nahm um 2,2 Prozent zu und lag bei 413 Millionen Euro. „Der geringere Umsatz ist unter anderem mit einem Rückgang der Fertigwarenpreise zu begründen. Mittlerweile zeigt der Markt allerdings wieder leichte Tendenzen nach oben, sodass wir optimistisch in die Zukunft blicken“, erklärt Heike Molkenthin, Vorsitzende des Zentralverbandes Naturdarm.

Der größte Teil der Ausfuhren erfolgte in die EU-Länder. Nach Einbußen in 2012 stiegen die Exporte im vergangenen Jahr sowohl im Wert als auch in der Menge leicht an – trotz Wirtschaftkrise und verminderter Kaufkraft in den südeuropäischen Ländern, die erneut weniger Naturdärme importiert haben. Spitzenreiter innerhalb der EU sind wieder die Niederlande mit 24.484 Tonnen und einem Zuwachs von 34 Prozent. Mit dem Hafen Rotterdam ist der Beneluxstaat ein Transitland, das als bedeutender Umschlagsplatz fungiert. Zweitwichtigster EU-Handelspartner ist mit 11.366 Tonnen Polen. Vor allem die dort stattfindende Veredelungsarbeit hat Auswirkungen auf die beachtliche Exportmenge. Generell haben sich bei anderen Handelspartnern innerhalb der Europäischen Union leichte Veränderungen ergeben, die sich teilweise mit Verschiebungen der Im- und Exportperformance dieser Länder erklären lassen.

Hervorzuheben ist allerdings die positive Entwicklung in Frankreich. Der Export in das Nachbarland legte um 6,7 Prozent zu. Dazu Heike Molkenthin: „Frankreich ist traditionell ein Land der Wurstfans. Die Franzosen essen nicht nur gern und viel Wurst, sie sind auch als Gourmets bekannt. Die steigende Nachfrage bestätigt den zunehmenden Konsum der Verbraucher nach Wurst von hochwertiger Qualität im Naturdarm.“

Mehr Exporte in Drittländer
Zu den wachstumsstärksten Drittländern gehören China/Hongkong. 46.508 Tonnen Naturdärme wurden 2013 dorthin exportiert, was einem Anstieg von 35,6 Prozent entspricht. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend: Zum einen fließt ein großer Teil der Waren in diese Märkte, weil sie dort veredelt werden. Zum anderen wächst die Kaufkraft in China, wodurch sich das Konsumverhalten verändert. Die Nachfrage nach Fleisch und Wurstprodukten nimmt zu.

Das Geschäft mit osteuropäischen Ländern außerhalb der EU ist weiterhin stabil.
Stark rückläufig waren hingegen die Exporte nach Brasilien – unter anderem aufgrund der stagnierenden wirtschaftlichen Lage in dem südamerikanischen Land. Hinzu kommt, dass die brasilianische Schweineproduktion und damit auch die Eigenversorgung mit Naturdärmen weiter zugenommen haben. Außerdem importierte Brasilien mehr Naturdärme direkt aus China.

Importe leicht rückläufig
Die Einfuhren von Naturdärmen nach Deutschland sind nach dem Rekordjahr 2012 wieder zurückgegangen und liegen mit 62.927 Tonnen leicht über dem Niveau von 2011. Der Importwert beläuft sich auf 463 Millionen Euro. „Durch die witterungsbedingt schlechte Grillsaison war die Nachfrage der Verbraucher nach Grillwürsten eher zurückhaltend. Diese Marktentwicklung hat sich entsprechend auf das Einkaufsverhalten der Naturdarmbranche ausgewirkt. Inzwischen zeigt der Markt aber wieder eine positivere Tendenz im Absatz sowie stabilere Preise bei Schafsdärmen und einen Preisanstieg bei Schweinedärmen“, kommentiert Heike Molkenthin. Wichtigster Handelspartner für den Import ist weiterhin die Volksrepublik China, die im vergangenen Jahr 16.758 Tonnen Naturdarm nach Deutschland einführte.

Positive Prognose für 2014
Für das laufende Geschäftsjahr fällt die Prognose des Naturdarm-Handels insgesamt optimistisch aus: Die Preisentwicklung für Naturdärme zeigt sich stabil mit einem leichten Aufwärtstrend. Positive Exportmengen deuten auf einen zunehmenden Wurstkonsum hin und Asien bleibt weiterhin ein attraktiver Wachstumsmarkt.

In Deutschland haben vor allem die erfreuliche Wetterlage und die Fußball-WM starke Impulse gegeben. Dazu Heike Molkenthin: „Das erste Halbjahr 2014 stimmt uns sehr zuversichtlich. Im Vergleich zum Vorjahr hatten wir ein sehr schönes Frühjahr, einen heißen Sommer und damit eine ausgezeichnete Grillsaison, was den Absatz von Grillwürsten im Naturdarm positiv beeinflusst hat.“

Die anhaltende Nachfrage nach Wurstwaren bestätigt auch der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie e.V. Danach ist der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren seit Jahren stabil – ebenso wie die Präferenzen der deutschen Verbraucher. Brühwürste, von denen viele im Naturdarm stecken, waren 2013 mit einem Marktanteil von knapp 24 Prozent das beliebteste Segment. Rechnet man die Bratwürste hinzu, erreicht der Anteil sogar 37 Prozent. „Würstchen und Bratwurst sind die Topseller dieser Warengruppe – und durch den Naturdarm bekommen sie den richtigen Biss“, so Molkenthin.

Darüber hinaus bedient die natürliche Hülle den Trend nach heimatlichen Spezialitäten. Nach den Ergebnissen einer aktuellen Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung ist die Zahl der Verbraucher, die bereitwillig mehr Geld für regionale Produkte ausgeben, in den vergangenen drei Jahren um drei Prozentpunkte gestiegen. Mittlerweile ist fast jeder zweite Konsument von den heimischen Genusserleb­nissen überzeugt. „Produkte aus der Region sind nicht ohne Grund so erfolgreich. Sie sprechen alle Altersgruppen gleichermaßen an“, sagt die Vorsitzende des Zentralverbandes Naturdarm. „Für ältere Verbraucher verkörpern sie eine gewisse Tradition. Die mittlere Generation verbindet mit der regionalen Herkunft eine hohe Qualität und bei jüngeren Konsumenten stehen Produkte aus der Heimat für nachhaltige Erzeugung. Und natürlich sind regionale Wurstspezialitäten – im wahrsten Sinne des Wortes – eng mit dem Naturdarm verbunden. Für viele Sorten, zum Beispiel Nürnberger Bratwürste oder Münchner Weißwurst, ist die natürliche Hülle sogar gesetzlich vorgeschrieben.“

Zentralverband Naturdarm lässt es im Radio knacken
Um den Verbrauchern weiterhin Appetit auf knackigen Wurstgenuss zu machen, hat der Zentralverband Naturdarm in Kooperation mit RTL Radio Ende Juni dieses Jahres ein bundesweites Grill-Special gestartet. Zwei Wochen lang liefen täglich zwischen 10 und 19 Uhr verschiedene Beiträge und Aktionen rund um Wurst im Naturdarm. Insgesamt wurden fünf Interviews, 20 Teaser und 18 „Knackgeräusche“, die zu einem Gewinnspiel aufriefen, ausgestrahlt. Am letzten Sendetag wurde der Hauptpreis ausgelobt. Ein Hinweis auf der Homepage von RTL Radio hat die Hörer zusätzlich aktiviert. Die Resonanz auf die Aktion war ausgesprochen positiv.

Die Grillwurst stand auch im Zeichen des Innovationspreises 2013 „Wurst hat Zukunft“. Mit dem Innovationspreis würdigt der Zentralverband Naturdarm seit 2006 besondere Leistungen und Ideen im Bereich der Produktentwicklung und
-vermarktung rund um Wurst in natürlicher Hülle.