Weltweiter Handel mit Naturdarm bleibt auf Wachstumskurs

Deutschland ist Drehscheibe für Import und Export

Hamburg, im September 2015 – Die weltweite Nachfrage nach Naturdärmen hält an: Mit einem Gesamtaußenhandelsumsatz von 883 Millionen Euro konnte der deutsche Naturdarmhandel 2014 das gute Vorjahres-Ergebnis von 876 Millionen Euro weiter ausbauen. Wie der Zentralverband Naturdarm e.V. mitteilt, legte der Import nach einer kurzen Pause im Berichtsjahr wieder zu und stieg im Absatz um 18,5 Prozent auf 74.566 Tonnen und im Umsatz um 10,3 Prozent auf 481 Millionen Euro. Der Export bewegte sich mit 124.319 Tonnen mengenmäßig auf Vorjahresniveau, musste aber bedingt durch die Volatilität vieler Märkte und Preisanpassungen mit 402 Millionen Euro leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Die europäische Union bleibt der wichtigste Marktplatz für den deutschen Naturdarm-Export. Mit 65.300 Tonnen im Wert von 264 Millionen Euro lag die Ausfuhrmenge in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. „Unsere Mitgliedsfirmen haben sich im schwierigen Marktumfeld sehr gut behauptet“, sagt Heike Molkenthin, Vorsitzende des Zentralverbandes Naturdarm.

Niederlande und Polen in der EU-Statistik weit vorn

Der bedeutendste Handelspartner in Europa bleiben die Niederlande als Transitland. Über den Hafen Rotterdam wird ein großer Anteil der Ware verschifft. Die Gesamtmenge ging zwar marginal auf 23.524 Tonnen zurück, liegt damit aber nach wie vor unangefochten auf Platz 1 der EU-Statistik. Den zweiten Platz verteidigt weiterhin Polen als Standort für Lohnveredelung mit einem stabilen Volumen von 11.631 Tonnen (Vorjahr: 11.366 Tonnen). Position Drei hält unverändert Frankreich. „Die Franzosen legen im Vergleich zu anderen europäischen Konsumenten besonderen Wert auf hochwertige Lebensmittel, auf handwerkliche Qualität und die Herkunft der Ware – da kann der Naturdarm in jeder Hinsicht punkten“, erläutert Heike Molkenthin. Auf Platz Vier löste Dänemark mit einem Plus von 41,5 Prozent auf 4.305 Tonnen die Spanier ab, die konjunkturbedingt weniger Ware einführten. Positiv bewertet der Zentralverband Naturdarm zudem die stabile Bilanz im Exportgeschäft mit den osteuropäischen Ländern wie Tschechien und Ungarn.

Steigende Nachfrage aus Drittländern – Brasilien ist wieder stark

Zunehmende Bedeutung gewinnen die Märkte jenseits europäischer Grenzen. Der Export von Naturdärmen in Drittländer stieg auf 138 Millionen im Wert (Vorjahr: 133 Millionen Euro) und 59.037 Tonnen in der Menge – rund 3,3 Prozent mehr Ware als im Vorjahreszeitraum. Die positive Prognose zu Anfang des Geschäftsjahres 2014 hat sich für den Verband damit bestätigt. China bleibt mit Abstand wichtigster Handelspartner. „Ungeachtet kurz- oder mittelfristiger Entwicklungen bleibt Asien weiterhin ein Markt mit enormem Wachstums-potenzial für Wurst“, so Heike Molkenthin. Zudem wird in großem Umfang Lohnveredelung betrieben.

Gute Nachrichten kommen aus Perspektive des deutschen Naturdarmhandels aus Brasilien: Hier hat sich die Lage deutlich stabilisiert, der Abwärtstrend der vergangenen Jahre ist gestoppt. Der Export von Naturdärmen nach Brasilien legte von 3.521 auf 3.868 Tonnen zu, was sich auch positiv auf den Umsatz niederschlug, der mit 19 Millionen Euro den Vorjahreswert (2013: 17 Millionen) leicht übertraf. Zentralverband Naturdarm e.V., Große Bäckerstraße 4, 20095 Hamburg, Telefon: (040) 37 47 19-0, Fax: (040) 37 47 19-19, E-Mail: zentralverband@naturdarm.de, Internet: www.naturdarm.de

Importe legen zu

2014 hat der deutsche Naturdarmhandel deutlich mehr Ware importiert als im Vorjahr. Die Einfuhren beliefen sich auf 74.566 Tonnen (2013: 62.927 Tonnen) mit einem Gesamtwert von 481 Millionen Euro (463 Millionen Euro). Der weitaus größte Teil der Ware stammt mit 19.778 Tonnen aus China, mit weitem Abstand folgen Brasilien mit 3.260 Tonnen und der Iran mit 1.393 Tonnen.

Deutscher Darmhandel für die Zukunft gut gerüstet

Der weltweite Naturdarmhandel wurde 2014 von einer Vielzahl sehr unter-schiedlicher Faktoren beeinflusst – unter anderem zählen dazu das Russland-Embargo, Währungsschwankungen, die schwierige wirtschaftliche Situation in Südeuropa und nicht zuletzt eine witterungsbedingt ausgefallene Grillsaison in Deutschland. Die deutschen Unternehmen haben die Entwicklungen antizipiert und sich frühzeitig auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt. „Diese Flexibilität, gepaart mit unternehmerischer Weitsicht und exzellenten Handels-beziehungen in allen wichtigen Märkten machen den deutschen Naturdarmhandel zu einem Treiber im Weltmarkt“, so Heike Molkenthin. „Das Geschäft wird nicht einfacher, aber wir sind bestens gerüstet und blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft“.

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