Currywurst

CurrywurstBerlin oder Hamburg? Hier geht’s um die Currywurst!

War es Hertha oder Lena? Der Streit um die Erfinderin der Currywurst ist fast so alt wie die Delikatesse selbst. Die Hanseaten-Fraktion behauptet, die Hamburgerin Lena Brücker hätte bereits 1947 ihre Kalbswürste mit einer Soße aus Tomaten-Ketchup und etwas Curry serviert. Die Hauptstädter sind hingegen davon überzeugt, dass die Berliner Imbissbuden-Besitzerin Hertha Heuwer 1949 als erste die Currywurst kreierte. Immerhin hat sie sich ihre Soße aus Tomatenmark und diversen Gewürzen – darunter auch Curry – unter dem Namen „Chillup“ patentieren lassen.

Currywurst ohne Darm

In Berlin wird die Spezialität der Hauptstadt ohne Darm zubereitet. Da nach dem Krieg Naturdärme, knapp waren, erfanden die Berliner ein Verfahren, um ohne die natürliche Hülle auszukommen. Diese Tradition hat sich bis heute gehalten.

In aller Munde

Bis heute ist die Currywurst hierzulande eines der beliebtesten Fastfood-Gerichte. Mehr noch: Sie ist unumstrittener Spitzenreiter in der Mittagspause. Einer Umfrage zufolge ist Currywurst mit Pommes das beliebteste Kantinenessen. Auch Prominente und Politiker lassen sich die Wurst mit Soße und Currypulver immer wieder gern schmecken – ob Karl Lagerfeld, Boris Becker, Gerhard Schröder, Richard von Weizsäcker oder Roman Herzog. Dabei handelt es sich bei dem legendären Klassiker im Prinzip um eine gewöhnliche Bratwurst. Sie besteht aus fein gehacktem Schweine- oder Kalbfleisch, das gewürzt und anschließend in Naturdärme vom Schwein gefüllt wird.

Currywurst als Kult(ur)objekt

Fakt ist: Die Currywurst ist nicht nur Kult- sondern auch Kultur-Objekt. Und das nicht erst, seit Herbert Grönemeyer ihr eine eigene Hymne gewidmet hat. In Berlin wurde im März 2006 das Deutsche Currywurst Museum eröffnet. Hier wird das kulinarische Wahrzeichen Berlins in allen Dimensionen erlebbar. Nicht zu vergessen: Jedes Jahr finden in Berlin die Currywurst-Feste statt, bei denen der Currywurst-König gekrönt wird. Außerdem können Besucher die Kultstätte „Curry & Kunst“  erleben oder die „Literarische Currywurst“ genießen. Aber auch die Hanseaten sind aktiv: Seit 1999 gibt es den Currywurstclub Hamburg, der für die uneingeschränkte Akzeptanz der Currywurst als deutsches Kulturgut eintritt.