Frankfurter / Wiener Würstchen

Bockwurst

Im Gegensatz zur Currywurst steht bei Frankfurter und Wiener Würstchen der Ursprung außer Frage. Schon im 13. Jahrhundert war die Wurstsorte in Frankfurt am Main bekannt. 1749 erschien die erste verbindliche Zubereitungsvorschrift. Die kleinen Originale aus Hessen gelangten bereits recht früh zu Weltruhm. 1893 erhielten sie auf der Weltausstellung in Chicago „höchste Auszeichnungen“. Zu den Anhängern der Wurstspezialität gehörte auch Fürst Bismarck, der sich die leckeren Frankfurter bereits zum Frühstück servieren ließ.

So wurde die Frankfurter zur Wiener.

Ihren heutigen Namen bekamen die Würstchen über den Umweg aus Wien. 1805 stellte der in Frankfurt ausgebildete Metzger Johann Georg Lahner in Wien kleine Würstchen her und nannte sie kurz und knapp „Frankfurter“. Er zerkleinerte das Fleisch zu Brät und füllte es in die zarten Saitlinge vom Schaf. Sein Erfolg ging um die Welt. Daher meint man in Österreich, Nordamerika und anderen Staaten mit „Frankfurtern“ die Wiener Variante. In Deutschland und der Schweiz ist dagegen dieser Name für die Würstchen aus Frankfurt besetzt. Diese unterschiedliche Namensgebung kann mitunter kuriose Folgen haben, wie die Geschichte eines deutschen Urlaubers in Österreich zeigt. Als er bei der Kellnerin vier „Wiener“ bestellte, fragte sie ihn ungläubig, ob er diese Portion auch wirklich schaffen würde. Nachdem er das bejahte, brachte sie ihm vier Wiener Schnitzel.

Rindfleisch macht den Unterschied

Der entscheidende Unterschied zwischen Frankfurtern und Wienern ist der Inhalt. Frankfurter Würstchen bestehen zu 70 Prozent aus magerem Schweinefleisch und zu 30 Prozent aus Bauchspeck. Die Zutaten werden zu feinem Brät verarbeitet, mit Muskat und Pfeffer gewürzt, in dünne Saitlinge gefüllt und paarweise zu 50 Gramm abgedreht. Ihr besonderes Aroma bekommen sie durch die kalte Räucherung. Wiener Würstchen enthalten dagegen nicht nur Schweinefleisch und Speck, sondern auch Rindfleisch.  Eines haben sie jedoch gemeinsam: Der Naturdarm verleiht ihnen den typischen Knack-Effekt.

Seit 1929 ist der Name Frankfurter Würstchen in Deutschland als geographische Herkunftsbezeichnung geschützt. Er darf damit nur für Würstchen verwendet werden, die tatsächlich aus dem Raum Frankfurt am Main kommen.

Vom Dackel zum Hot Dog

Die „Frankfurter“ standen übrigens auch Pate für eine berühmte amerikanische Fastfood-Spezialität: Deutsche Einwanderer brachten Mitte des 19. Jahrhunderts mit den Würsten den wichtigsten Bestandteil des Hot Dogs in die USA. Die gebogenen Würstchen aus Frankfurt erinnerten die Amerikaner angeblich an den geschwungenen Rücken deutscher Dackel und so entstand der Name „Hot Dog“.