Nürnberger Rostbratwurst

NuernbergerNürnberger Rostbratwurst: Der fingerlange Genuss

Sie sind nur sieben bis neun Zentimeter lang und etwa 20 bis 25 Gramm schwer. Wahrscheinlich sind Nürnberger Rostbratwürste genau deshalb auf jeder Grillparty heiß begehrt.

Historie

1313 werden die leckeren kleinen Würstchen zum ersten Mal namentlich in einer Urkunde erwähnt. Sie waren eine besondere Spezialität der Nürnberger Garküchen, die sowohl schlachten als auch Bier ausschenken durften. Um ihre handliche Größe ranken sich diverse Geschichten. So sollen geschäftstüchtige Wirte bewusst die fingerlange Variante gewählt haben, damit sie die Würste auch nach der Sperrstunde besser durchs Schlüsselloch reichen konnten. Wahrscheinlicher erscheint allerdings folgende Version: Da es im Mittelalter immer wieder zu Fleischmangel kam, machten die Metzger aus der Not eine Tugend – und die Wurst etwas kleiner. Prominenter Anhänger der Nürnberger Rostbratwürste war unter anderem Johann Wolfgang von Goethe.

Herstellung

Die allgemeine Begeisterung für die Spezialität aus der fränkischen Metropole liegt auf der Hand: Die kleinen Nürnberger werden aus grob entfettetem Schweinefleisch – nicht aus Brät – hergestellt. Dazu kommen Salz, Pfeffer, Majoran und je nach überliefertem Rezept auch Ingwer, Kardamom oder Zitronengewürz. Die fertige Wurstmasse wird dann ausschließlich in Schafsaitlinge gefüllt, die den Würstchen ihren besonders knackigen Biss geben.

Große Verwandte

Knapp hundert Jahre jünger, deutlich größer, aber ebenso lecker ist die Thüringer Rostbratwurst – ebenfalls im Naturdarm. Nürnberger und Thüringer sind übrigens als „geschützte geografische Angabe“ bei der EU registriert und damit vor Nachahmung geschützt. Das heißt: Nürnberger Rostbratwürste dürfen nur in der fränkischen Hauptstadt hergestellt werden, Thüringer nur in Thüringen.